| AFFALTERTHAL. Wenn es einen Preis für Gästezufriedenheit
gäbe, würden ihn die Affalterthaler Bürger verdient haben. Denn sie
meisterten gemeinsam das „2. Eichertreffen“ und sie stellten dabei
tausende Besucher gleichzeitig zufrieden. |
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| Damit hatte niemand gerechnet: Massen von Traktorfans aus
der näheren und weiteren Umgebung stürmten schon am Vormittag die
Dorfwiese und brachten historische Eichertraktoren mit. Geräteträger waren
dabei und riesige Eicher der Raubtierklasse, die noch Anfang der 90-er
Jahre gebaut wurden und heute als besondere Raritäten gehandelt werden, da
es diese Marke nicht mehr gibt. Keiner der 87 Traktoren ähnelt dem
anderen. Puristen schwören darauf, den Traktor so zu belassen wie er nach
einem reichen Arbeitsleben aussieht; mit Dellen und Roststellen. Andere
Eicherfans begutachten ihre eisernen Lieblinge mit der Lupe und beseitigen
sofort alles, was nach Rost aussieht oder einer werden könnte, so dass
diese Fahrzeuge auch nach Jahrzehnten wie neu aussehen. |

Ein L 28 von 1954 mit 30 PS Deutz-Motor und
Differenzialsperre. Gehört Reinhold Dötzer aus Hausen |
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| Um sich zu Treffen und Erfahrungen auszutauschen ist
Eicher- Fans kein Weg zu weit. Josef Kastner und Herbert Mutzbauer zum
Beispiel fuhren rund 100 Kilometer mit ihrem Schmalspur-Eicher (die früher
in Weinbergen zum Einsatz kamen) von Amberg-Hahnbach bis hierher. Ihr
„Hotel“ hatten sie der Einfachheit halber gleich mitgebracht und
umfangreiche Campingausrüstung. Ein ehemaliges Tragkraftspritzenfahrzeug
dient als „Zimmer“, die Seitenflügel werden als „Fenster“ bei Bedarf
hochgeklappt. Beide waren sogar schon im Schwarzwald mit dem Gespann,
erzählten sie stolz. |
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| Ein anderes „Gespann“ kam aus Burghaslach: Hans Hartmann
mit seinem 13-jährigen Sohn Tobias und einem Eicher, Baujahr 1954. Sie
hatten einen Baustellentoilettenwagen zu einer Zwei-Zimmer-Wohnung
umgebaut; mit Doppelstockbetten im Schlafzimmer und einer kleinen Küche
mit Gasheizung und Gasherd. Tobias, ein aufgeweckter Junge und sehr guter
Kenner alter Eichertraktoren,
erzählte der Vater, ist spastisch gelähmt. Tobias
sitzt in einem selbst gebauten „Eicher-Rollstuhl“ der sogar in der
Originalfarbe angestrichen ist. Um ihn Freude zu bereiten, geht der Vater
mit dem Sohn im Sommer fast jede Woche auf Tour. Im Umkreis von 100
Kilometern besuchten sie schon viele Oldtimer-Traktoren-Veranstaltung,
meinte der Junge stolz. |
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| Die beiden beteiligten sich auch, neben
24 weiteren, an der „Schnitzeljagd“ am Samstagnachmittag. Während einer
Rundfahrt durch elf Ortschaften galt es, je einen Buchstaben bei einem
bestimmten Haus zu finden. Zusammengesetzt ergab es das Wort
„Königstiger“. Erster wurde Philipp Gemählich und zweiter Georg Vogel,
beide aus Affalterthal. Einen „Fair-Play-Preis bekam Andy Düngfelder aus
Gösseldorf (3.v.li.vorne), weil er einen Eicher mit gerissenen Keilriemen unterwegs
abschleppte und somit seine Siegchance vergab. Zum Schluss stellten sich alle Teilnehmer zu einem
Erinnerungsfoto auf. |
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| Viele Eicherfans beteiligten sich zur Gaudi der Anwesenden
an einem Hindernissparcour, bei dem man unter anderem mit einem
zweiachsigen Anhänger rückwärts fahren musste. Acht Aufgaben galt es mit
Geschick zu meistern. Den Siegertitel holte sich Markus Neuner aus Etzdorf
mit zwei Punkten Vorsprung, gefolgt von Tobias Friedrich aus Igensdorf und
Georg Hänfling aus Lilling. |
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| Auch für die Kleinen gab es einen Hindernisparcour mit
Eicher-Tretbulldogs, der stundenlang in Anspruch genommen wurde. Unter
Leitung von Bernd Müller mussten die 39 Kids einen Rundkurs absolvieren
und dabei einige Hindernisse wie Engpässe durchfahren oder rückwärts
Ausparken mit Hänger meistern. Bei den bis Fünfjährigen gewann Hannes
Hopfengärtner vor Jonas Knorr und Jana Hofmann. Bei den bis Neunjährigen
gewann Alex Zitzmann vor David Pollach, Lukas Deuerlein und Sandra Müller
(Punktgleich). |
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| Sehr gut angenommen wurde der Motor-Prüfstand, bei dem
über die Zapfwelle die Pferdestärken gemessen werden konnte. Manch einer
kam mit stolz geschwelter Brust zurück, wenn sein 16-PS-Eicher nach 50
Jahren Dienst immer noch 15,7 Pferderstärken hatte. Manch „großer“ Eicher
dagegen wie ein „Mammut“ mit 100 PS, hatte plötzlich nur noch 75 Pferde im
Tank und für Minuten einen geknickten Besitzer. Höhepunkt des Sonntages
war natürlich die „Ausfahrt“ aller Eicher, Hin und zurück durch
Affalterthal. Hier konnte jeder zeigen, was sein Gerät „drauf hatte“.
Etliche waren geschmückt und die Größten und schönsten wurden von Frauen
gelenkt. Viele hatten Original Eicher-Gerätschaften angehängt: Pflug, Egge
und dergleichen, andere eigene Anbauten angefertigt, um beispielsweise den
Nachwuchs sicher unterzubringen. |

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| Es wurde gepflügt, geeggt und gesät um die Funktionsweise
verschiedener Geräte zu zeigen, es gab Kinderschminken und alte
Eicherfilms anzugucken. Besonderer Service: es konnte sogar der
Traktor-TÜV gemacht werden. Ein gelungenes Fest, das aufgrund des guten
Zuspruchs in zwei Jahren wieder durchgeführt werden soll, da waren sich
alle einige; obwohl es viel Arbeit macht und daher alle vier Ortsvereine
mit ihren Mitgliedern stark beansprucht. |
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| Die Soldatenkameraden waren federführend beim Zeltauf- und
abbau und der Organisation, die Feuerwehr regelte den Verkehr und betreute
die Getränkestation, der Heimatverein sorgte für Kaffee und Kuchen und die
Schützen waren überall da, wo Not am Mann war. Die gute Zusammenarbeit
aller, das war der größte Erfolg für die Affalterthaler. Aufgabe
gemeistert, alle zufrieden. |
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