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Schön wars
| AFFALTERTHAL. Damit hatte niemand gerechnet: Tausende von
Traktorfans aus der näheren und weiteren Umgebung bevölkerten am Sonntag
das kleine beschauliche Juradorf. 120 von Ihnen hatten eiserne Ungetüme im
Gepäck; alte Eicher-Traktoren. Sie bevölkerten die Dorfwiese nahe dem
Mehrzweckhaus. |
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| Sauber in Reih und Glied aufgestellt, jeder mit einem
Typenschild ausgestattet, bildeten die Oldtimer, die nur von 1936 bis 1992
in Forstern östlich von München gebaut wurden, ein eindrucksvolles Bild
vergangener Bauernkultur. Praktische Geräteträger waren darunter und
riesige Eicher der „Raubtierklasse“. Der Stärkste Eicher am Platz verfügte
über 127 Pferdestärken. Puristen unter den “Eicherianern“ schwören darauf,
den Traktor so zu belassen wie er nach einem reichen Arbeitsleben
aussieht; mit Dellen und Roststellen; nur sauber gewaschen soll er sein.
Andere nehmen ihre eisernen Lieblinge mit der Lupe aufs Korn und
beseitigen sofort alles, was nach Rost aussieht oder einer werden könnte.
Der auffälligste Eicher war auch der Kleinste: der Nachbau eines „Wotan“
als Modell von Reinhold Schraml aus Tirschenreuth in der Oberpfalz. Das
Modell im Maßstab 1:2,5 ist, weil Handarbeit, mit 10 000 Euro viel teurer
als die Ursprungsversion von 1969. Und der älteste Eicher stammte aus dem
Jahre 1952. |


Der stärkste Eicher |
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| Um sich zu Treffen, Erfahrungen und Ersatzteile
auszutauschen ist Eicherianern kein Weg zu weit. Einige kamen wegen der
langen Anreise schon am Samstag an und beteiligten sich an der Rallye.
Josef Kastner und Herbert Mutzbauer aus Sulzbach-Rosenberg waren vor zwei
Jahren das erste Mal die rund 100 Kilometer mit ihrem Schmalspur-Eicher
hierher gefahren. Nun kamen sie zu sechst. Ihre „Hotels“ (drei umgebaute
Tragkraftspritzenfahrzeuge) hatten sie gleich mitgebracht und eine
umfangreiche Campingausrüstung dazu. Dass aus Liebe zu Eichertraktoren
auch wahre Liebe werden kann, bewiesen Johanna (19) und Florian Heine (24)
aus der Nähe von Dortmund. Sie legte sich den ersten Eichertraktor zu,
noch bevor sie den Autoführerschein hatte. Florian, gelernter
Baumaschinenmechaniker, kaufte seinen ersten Eicher vom Konfirmantengeld.
Eines Tages trafen sich die beiden, wie könnte es anders sein, auf einem
Eichertreff. Sie kamen ins Gespräch und schon traf sie Amors Pfeil mitten
ins Herz. Mittlerweile verfügen sie gemeinsam über zehn Eichertraktoren.
Die weiteste Anreise hatten drei Männer, die aus Flaxweiher in Luxemburg
kamen. Joseph Bertrand, Jean-Marc Graas und Elisabeth Breger folgten der
Einladung der Eicherhändlerin Schimmer, die hier einen Ersatzteilstand
betrieb, nach Affalterthal, weil sie grade Urlaub hatten. Sie schwören auf
den robusten, luftgekühlten Motor und die gute Ausstattung des
Nostalgie-Traktors, der auch nach Jahrzehnten in Betrieb noch einwandfrei
funktioniert. Joseph Bertrand ist über seinen Vater, der als Erntehelfer
in Deutschland arbeitete, auf Eichertraktoren aufmerksam geworden und
konnte die anderen beiden für das gleiche Hobby gewinnen. Höhepunkt des
Eichertreffens war, neben der obligatorischen Rundfahrt aller Eicher mit
geschätzten zweitausend Zuschauern, die zum ersten Mal durchgeführte Wahl
zur „Miss Eicher“. Zehn Mädchen aus dem Dorf hatten sich um die
Abstimmungsgunst der 120 Eicherianer beworben. Die Bewerberinnen wurden am
Samstagabend vorgestellt und sie bewirteten die Gäste am Sonntag im
Festzelt. Die meisten Stimmen konnte die 18-jährige Katharina Stiller,
Tochter des Gemeinderates Diethard Stiller auf sich vereinen. Mit extra
Schärpe ausgestattet, darf sie nun bis zum nächsten, dem vierten
Eichertreff in zwei Jahren die Affalterthaler Eicherfreunde mit ihren
derzeit 18 „Bulldog“ repräsentieren. |

Die Sulzbach-Rosenberger kamen zu sechst

Eicher- Liebe

Die Luxemburger

Einzug der Miss-Bewerber

1. Miss Eicher |
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| Der Erlös des Festes, das unter Federführung der
Soldatenkameraden von allen Dorfvereinen durchgeführt wurde, ist für den
neuen treppenlosen Aufgang zur Kirche bestimmt. Schon am Samstag kamen
viel Eicherfans auf die Dorfwiese; vor allem jene, die eine lange Anreise
hatten wie die sechs aus Sulzbach-Rosenberg mit ihren umgebauten
Tragkraftspritzenfahrzeugen. Es gab auch eine 22 km lange Eicher-Rally zu
Orten zwischen Höfles und Schweinthal. Die hatte Stefan Förtsch
ausgearbeitet. An jedem der zehn Plätze gab es ein Rätsel zu lösen, das
sich mit der Geschichte der Eichertraktoren beschäftige. Von der Lösung
mussten dann jeweils 1-2 Silben ausgewählt und zu einem Wort
zusammengesetzt werden. Heraus kam das Wort „Siegerklasse“. Kurt Gemählich
aus Egloffstein gewann die Rallye. |

Der Minieicher

Der Rallysieger Kurt Gemählich aus Egloffstein
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| Reinhard Löwisch |
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