Affalterthal in der Fränkischen Schweiz

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Seit 1995 veranstaltet die Kirchengemeinde Affalterthal alljährlich einmal im Sommer den „Gottesdienst im Grünen“. Dazu wird auf einer Wiese am Ortsrand des Dorfes (von Hammerbühl kommend) ein hölzernes Kreuz aufgestellt. Ein Tisch mit weißer Decke dient als Altar und etwas abseits auf einem Holzmasten montiert, weht die Fahne der evangelisch-lutherischen Landeskirche, ein Lila Kreuz auf weißem Grund. Fertig ist die Kirche.

Schon eine Stunde vor dem Gottesdienst treffen sich die Posaunenbläser unter Leitung von Simon Gemählich, um für den einstündigen Auftritt zu Proben. Das besondere hier in Affalterthal: auch der Ortspfarrer Hans-Jürgen Johnke kommt mit zur Probe. Zum einem, weil er als Präsident des Verbandes der bayerischen Posaunenchöre (18 000 Mitglieder) mit gutem Beispiel vorangehen will. Außerdem spielt er während des Gottesdienstes selbst die Zugposaune.

Unter dem Motto: „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen“ stand der Gottesdienst. Predigt, Gebete und ein Auftritt der Kindergottesdienstkinder waren darauf abgestimmt. Als symbolischer Mittelpunkt diente ein kahler Baum, auf dem die Gottesdienstbesucher stilisierte Eichenlaubblätter hängen konnten. Darauf hatten sie Gründe dafür geschrieben, warum wir Gott Loben und Danken sollen. Dieser „Baum“ wird in der Dorfkirche einen festen Platz finden. Etwa 180 Gläubige aus Affalterthal und Bieberbach kamen zur grünen Wiese.

Auf Bierbänken um den Altar angeordnet, fanden alle einen guten Sitz- und Sehplatz. Der Kirchenvorstand um Hans-Martin Gemählich und Mesnerin Erna Backof hatte wie immer vorbildliche Arbeit geleistet und alle notwendigen Vorbereitungen getroffen. Sogar an Leihgebetbüchern und den Opferstock für Spenden hat man gedacht. Bei herrlichem Sommerwetter mit strahlend blauen Himmel genossen alle die etwas andere Gottesdienstatmosphäre: Vogelgezwitscher, das leise im Wind sich wiegende Getreide nebenan, große Obstbäume die noch vor kurzem pralle Kirschen trugen, der schwarz schimmernde Kirchturm in der Ferne. „Auch dafür sollten wir Gott danken“, meinte Pfarrer Johnke, von der üppigen Natur tief beeindruckt. Nach dem Gottesdienst blieben viele noch sitzen, zum Frühschoppen mit Kaffee und Nusszopf, Bier vom Fass und Bratwürsten. Pfarrer Johnke blieb auch und ließ sich gerne in Gespräche verwickeln.

Ab halb zwölf dann gab es als Höhepunkt der Veranstaltung den berühmten Spießbraten mit „Klees“ und Salat. Spätestens um halb zwei gingen dann die meisten nach Hause, weil die Gottesdienstwiese nun in grellen, heißen Sonnenlicht getaucht war. An die 30 Grad waren es nun schon fast. Die Klees und der Braten haben dieses Mal sogar für die Helfer gereicht. Man lernt eben dazu in Affalterthal.

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 Von Reinhard Löwisch - für's Dorf

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