Affalterthal in der Fränkischen Schweiz

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Die Affalterthaler Dorfweihnacht 2007

AFFALTERTHAL. Schon zum elften Male veranstaltete der kürzlich ins Vereinsregister eingetragene Heimatverein die Fränkische Weihnacht in der Pfarrkirche, zu der wie schon vor sechs Jahren, Erich Döttl mit seiner eigenen, wunderschönen Version der Geburt Jesu brillierte.  
   
Es bedarf profunder Kenntnisse des hiesigen Menschenschlages, um die Heilsgeschichte so zu erzählen, als würde sie in der Fränkischen Schweiz stattfinden. Döttl hat diese Fähigkeiten in jahrzehntelanger Forschertätigkeit als Lehrer und Gründungsdirektor des Ebermannstädter Gymnasiums erworben. Er blickt tief in die Seele das ländlichen Bewohners, kennt seine Sitten, Gebräuche und Wünsche und „strickt“ daraus die Geschichte vom „Bethlehem im Wiesenttal“.

Erich Döttl

   
Den Opa in der Stube läst er die Sacher erzählen. Der kennt natürlich die „richtige Geschichte“ aus der Bibel, doch er verlegt sie für seine Enkelkinder in eine Gegend die sie kennen, in ihre Heimat. Und so hören ihm die Kleinen in den langen Winternächten gespannt zu, wenn er aus dem großen dicken „Buch der Bücher“ die Geschichte von der Geburt des Jesukindes erzählt, zu Zeiten, als es noch keinen Fernseher und keine Computerspiel gab. Von der Verkündigung, von der Herbergsuche in Ebermannstadt, vom Vollmond über der Ruine Neideck, der die schlafenden Schafe und die Hirten auf dem Felde beleuchtet.

Singgruppe des Heimatvereins

   
Am Heiligabend erzählt der Großvater den Schluss der Geschichte, vom „Heiligen Abend“, in der das Jesukind im Stall auf die Welt kam, gewärmt nur vom Atem eines Ochsen und eines Esels. Die Kirche war bis auf den letzten Platz belegt, sogar aus Nürnberg kam ein Bus voller Menschen, was den neuen Pfarrer von Affalterthal, Hans-Jürgen Johnke in seiner Begrüßung veranlasste die Gäste darauf hinzuweisen, dass er auch erst vor drei Wochen von Fürth bei Nürnberg hierher kam. Abwechselnd zur Vorlesung der Heilsgeschichte sangen und spielten die anwesenden Gruppen. Der Affalterthaler Posaunenchor unter Leitung von Simon Gemählich und verstärkt vom neuen Pfarrer. Die Orgel bediente Andreas Deuerlein am Spieltisch, der einige Male von Bernd Müller (von den Affalterthaler Rathausmusikanten) an der Trompete begleitet wurde. Seinen elften Auftritt absolvierte auch die sechzehnköpfige Singgruppe des Heimatvereins unter Alfons Beetz, begleitet von Katrin Polster an der Klarinette.

Blick in die vollbesetzte Kirche

   
Musikalisches „Tüpfelchen auf dem i“ war jedoch die Plecher Stubenmusik unter Leitung von Christa Schmitt. Mit ihrer alpenländischen Saitenmusik (drei Zithern, eine Gitarre und ein Zupfbass) gaben sie den besinnlichsten Rahmen, den man sich zu solch einer Vorstellung nur denken kann; man hätte eine Stecknadel fallen hören bei ihren leisen, stimmungsvollen Weihnachtsmelodien. Mit „Tochter Zion“ endete die kirchliche Dorfweihnacht nach eineinhalb Stunden. Viele Besucher nutzen die Gelegenheit und stärkten sich vor dem nach Hause gehen mit Bratwurst, Bier, Glühwein und Lebkuchen am Kirchenvorplatz.

Die Plecher Stubenmusik

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 Von Reinhard Löwisch - für's Dorf

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