Ottis Büttenrede 2010
Fasching 2010
Liebe Närrinnen und
Narren,
über Plakate und
Zeitungen habt Ihr den Aufruf vernommen
und seit zu diesem
Faschingsball ins Mehrzweckhaus gekommen.
Trotz Eis und
Schnee habt Ihr den Weg nicht gescheut,
die Organisatoren sind darüber sicherlich sehr erfreut.
Der Schnee wird
langsam für jeden ein Graus
da will man aus seine vier Wänd nimmer raus.
Die Streulager der Kommunen sind nun schon fast leer,
gesalzen wird fast gar nicht mehr.
Und was wirklich
Sorgen macht,
man weiß nicht mehr wohin mit der vielen weißen Pracht.
Deshalb leiden sehr viele Personen
wohl mittlerweile an schweren Schneepressionen
Doch Fröhlich sein
ist heute die Devise
trotz Finanz- und Wirtschaftskrise.
Fast täglich wird
in den Medien von der Wirtschaftskrise erzählt,
doch Affalterthal ist davon schon länger betroffen als die restliche Welt.
Denn seit Jahren schon gibt’s hier keine richtige Gastwirtschaft mehr
und so manchen Wirtschaftshocker bedrückt das schon sehr.
Man kann nicht
einfach in die Wirtschaft gehen und was essen,
denn des müsst ma Tage vorher scho bestellt haben, drum kann mans vergessen.
Und will man tagsüber in die Wirtschaft gehen und einen saufen
dann muss man mindestens bis zur Schlehenmühle laufen.
Seit Langem haben wir deswegen auch keine richtige Wirtschaftstischpolitik
doch für Veranstaltungen haben wir das Mehrzweckhaus und das ist unser Glück.
Ganz schön
Nachwuchs gab es letztes Jahr, kann ich Euch verkünden
doch wahrscheinlich nicht aus wirtschaftlichen Gründen.
Drei oder vier Babys hats gehm in unserem Dorf ganz alla,
des is ja fast so viel, wie manches Jahr vorher in der ganzen Gma.
Der Brunnen bei der
Kirche wurde ganz neu gestaltet
denn er war renovierungsbedürftig und etwas veraltet.
Es waren Dorfbürger, die hier die Arbeit machten, man muss sie schon loben,
weil sie hier so viel ehrenamtliche Stunden haben geschoben.
Bei den viel zu knappen Geldmitteln geht das anders wohl kaum,
unter anderem fällte man dort auch einen Baum.
Ganz vorsichtig
ging man vor und war stets bekümmert,
dass der Baum nicht auf den Brunnen fällt und dass ma den ja net zertrümmert.
Doch was danach geschah war für die vorsichtigen Baumfäller ein Graus,
man kam mit dem Bagger und riss den Brunnen einfach raus.
Sie sind sich auf Deutsch g’sagt verarscht vorkumma
weil sie auf den Brunna so viel Rücksicht habm gnumma.
Und die Moral von dieser Gschicht,
solche Missverständnisse entstehen, weil man zuvor net drüber spricht.
Das Eichertreffen
im vergangenem Jahr
war wieder sehr erfolgreich das ist doch klar.
Es gab sehr viel Arbeit das ist bekannt,
viele Bürger halfen mit und es ging Hand in Hand.
Doch beim Abbau des Zeltes ist ein Unfall passiert
da wurde der Richard Hermann an der Stirn sehr blessiert.
Denn eine Alustange, so dick wie ein Stamm von an Fichtl,
trug auf der Schulter der Herr Wolfram Schichtl.
Die Stange wippte
rauf und runter wahrscheinlich war sie schwer
und der Richard Hermann lief zufällig hinter ihm her.
Ja so schnell hat der gar net gschaut,
da hat ihn die Stange auf die Stirn recht nauf gehaut.
Lansam glaub ich, hat er die Schnauze aber voll,
denn schon 2007 ist was passiert, des war a net grad toll
Beim Fahneaufhängen am Mast ganz umma
da ist Irgendjemanden der Akkuschrauber auskumma.
der ist pfeilgrad nach unten zischt
und hätt um Haaresbreite den Richard am Kopf fast erwischt.
Des hätt gfährlicher werden können als der Alupfosten
Kopf und Kragen kann des an fei kosten.
Da fällt mir der Spruch ein, ihr kennt ihn schon
Undank ist der Weltenlohn.
Des schaut fast so
aus wie a ganz übler Trick,
erst kannst fest arbeiten und am End kriegst dei Flick.
Die Familie Simon
hat im September letztes Jahr
ein Pech mit ihren Rindern gehabt, dass es eine Aufregung war.
Kurz nach dem Eichertreffen lag in der Tat
eine tote Kuh auf der Weide man wusste keinen Rat.
So vermutete man, dass die Abgase und das Eichergebrumm
ein Stressfaktor für Kühe sei und deshalb kam sie um.
Und ich weiß vom Hörensagen,
einige Zeit später gab es eine zweite tote Kuh zu beklagen
Den Stressfaktor Eichertreffen schloss man nun aus,
denn es kam der wahre Grund heraus,
Die Wahrheit ist, das klingt sehr verrückt
der viel zu schwere Zuchtbulle hat die Kühe erdrückt.
Der Bulle kann vielleicht schöne Mockerla produzieren,
doch so was darf nicht mehr passieren.
Deshalb komm ich zu dem Schluss,
dass der Zuchtbulle abspecken muss.
In ein Eck wo er nicht so viel zu fressen find, sollt ma den treiben
und wenn er nicht abnimmt dann muss er enthaltsam bleiben.
Günther Reiser fuhr
mit sein glan Buldog, sein Pflug und viel Elan
auf’s Feld und fing zu ackern an.
Er hat extra den glan Buldog gnumma, denn für den großen wird’s eng,
wenn er do ackern muss an die steiln Häng.
Doch dann ist was passiert, daraus wurde ein Akt,
zwei Räder verloren den Bodenkontakt.
Er hat genau gwisst, gleich kann’s so weit sa,
wenn er Pech hat, rutscht er mit dem Buldog runter übern Ra.
Auch mit sein großen Buldog konnte er den kleinen nicht retten,
doch tat er beide über Nacht miteinander verketten.
Am nächsten Tag hatte Hans-Martin Förtsch aus Bieberbach die Ehre,
mit dem Bagger befreite er den Günther samt Buldog aus der Misere.
Dieser Vorfall hat den Günther seine Nerven runtergrackert
ich glab, der hot jetzt scho lang nimmer gackert.
Den
Johannesfeuertermin richtig festzusetzen, des is a Sach wie a Lotterie,
weil ob’s an den Toch regnet das weiß ma vorher nie.
Des Feuer is scho oft abgsagt oder verschoben worden wenn ma denkt,
weil’s um Johanni rum halt gar so oft rengt.
Des Feuerschüren ist auch verschoben worden im letzten Jahr,
obwohl es gar net nötig war.
Der Vorstand, der Kleeß-Heinz stand auf der Kirschenleiter irgendwo in Franken,
es regnete ihm dort auf’s Haupt, drum kamen ihm diese Gedanken.
Der Himmel war voller Regenwolken, es sah nicht gut aus,
und er wusste, da setzt sich heut Abend keiner gern raus.
Von der Kirschenleiter aus hat er den Anruf nach Affalterthal getätigt,
des Feuerla hat er abg’sagt und die Sach war erledigt.
Den Vorstand unter seiner Regenwolke war leiter nicht klar,
dass in Affalterthal Kaiserwetter war.
Doch mancher
Affalterthaler hat verwundert sich denkt,
heut hätten´s doch schüren könna, des hat ja gor no net grengt.
Vor einiger Zeit
hat man rumerzählt,
der Heimatverein hat an neuen Vorstand gewählt.
Der Vorstand heißt Reinhard Löwisch das wundert mich sehr, denn er ist kein
Ureinwohner, er kommt anderswo her.
Er ist zwar so wie
sie ihn wollen, kompetent und gesund,
aber er hat Migrantenhintergrund
drum dachte ich mir, das kann doch net sein,
a Fremder ist Vorstand vom Heimatverein.
Vor einigen Jahren
kannte man hier noch keine Migranten,
da hat ma im Duden nachg’schaut, denn des Wort hat man net verstanden.
Es hat jedoch ein
Jeder ganz genau gwisst,
dass der, der von auswärts kommt ein Reingschmeckter ist.
Man hat zwar net
des G’fühl gehabt, dass die an gor net wolln,
aber Vorstand hat ma do net werden solln.
Doch offensichtlich
sind sie ihm recht gut gesonnen,
denn sonst hätte er die Wahl nicht gewonnen.
Vor einiger Zeit wurde mitgeteilt,
dass hier ein wilder Schafbock weilt.
Wahrscheinlich verspürte er Freiheitsdrang
und entfloh dem Herdenzwang.
Eine Höhle am
Kürtzenberg hat er als Unterschlupf benützt,
dort war er vor Wind und Wetter geschützt.
Es gab Menschen die ihn fütterten, das war für ihn bequem,
doch dadurch bekam er ein Verdauungsproblem.
Ich weiß nicht, wer
diese Feststellungen hat g’macht,
hat ma ihn vielleicht zum Tierarzt bracht.
Sowas weiß man net so einfach drum würd’s a kann störn,
wahrscheinlich hat ma ihn furzen hörn.
Dieser Schafbock, der lebt so wie ein Eremit,
ist auch beim Bayerischen Fernsehn ein Hit.
Es gab mit Gino
Sais ein Interview,
denn er hatte Begegnungen mit dem Schafbock und er sah ihn öfters zu.
Zwei Jahre lang verfolgte er interessiert seine Spur,
und momentan absolviert er das grüne Abitur .
Den Schafbock hat ma eingfangt wenn ich richtig bin informiert,
man hat ihn jetzt wieder in die Herde integriert.
Bei der
Schneeschmelze und vor allem bei Hochwasser jedenfalls,
steht manchen Talbewohner das Wasser fast bis zum Hals.
In Schönbühl sah es letztes Jahr anders aus,
da gab die Wasserversorgung so manches Mal überhaupt keinen Tropfen mehr heraus.
Und es ist auch
niemanden klar,
warum es immer an einem 24. war.
Das erste Mal, es
ist kein Scherz,
lief kein Wasser mehr am 24. März.
Das letzte Mal weiß ich, dass es Heiligabend war,
das ist der 24. Dezember jedes Jahr.
In Kanistern
schleppte man Wasser an, vor allem für’s Klo.
Doch auch beim Bürgermeister floss kein Wasser,
und da war man fast
a bissl froh.
Deshalb wurde wohl
und das muss man loben,
der Schaden ziemlich schnell behoben.
Die Firma
Schüpferling handelt mit Motorsägen,
schon in der Vergangenheit verkauften sie viel,
doch nur „Sachs-Dolmar“ oder „Stihl“
und momentan verkaufen sie fast an jeden,
die skandinavische Marke „Husqvarna“
ich mein sie kommt
aus Schweden.
Man meint, dass auch hier die Wirtschaftlichkeit eine Rolle spielt
oder dass man so bessere Gewinne erzielt.
Die Kunden wissen nicht was sie da denken solln,
doch ich sag, da spielt die PISA-Studie ihre Rolln.
Vielleicht ist die
Firma Schüpferling sich längst darüber im Klaren,
die ach so guten Schüler, produzieren im Beruf auch bessere Waren.
Meine Rede ist
vorbei
doch weiter geht die Narretei.
Feiert lustig
weiter, egal ob nüchtern oder blau,
guten Abend und Hellau!
zurück
|